Cybersquatting erkennen, verstehen und wirksam handeln
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19.01.2026 09:14, zuletzt aktualisiert 22.01.2026 15:55
von manitu

Cybersquatting erkennen, verstehen und wirksam handeln

Cybersquatting ist die gezielte Registrierung fremder Marken als Domainnamen. Erfahren Sie, wie Sie sich schützen und welche rechtlichen Mittel es gibt.

Was ist Cybersquatting?

Beim Cybersquatting registrieren Personen oder Organisationen gezielt Domainnamen, die geschützten Markennamen, bekannten Unternehmen oder Produkten ähneln.

Das Ziel: Daraus Profit zu schlagen oder Schaden zu verursachen. Dieses Vorgehen ist unter verschiedenen Begriffen bekannt, darunter auch Domainsquatting, Brandsquatting, Namejacking oder Typosquatting, bei dem absichtlich Tippfehler gängiger Domains ausgenutzt werden.

Auch wenn Cybersquatting oft schwer nachweisbar ist, stellt es für viele Unternehmen ein reales Problem dar – mit finanziellen, rechtlichen und markenstrategischen Auswirkungen.

Mehr zum grundsätzlichen Aufbau und zur Funktionsweise von Domains erfahren Sie im Beitrag: Was ist eine Domain? Alles rund um Definition & Aufbau.

Warum ist Domainsquatting problematisch?

Cybersquatting betrifft Markenrechte, Vertrauen und Sichtbarkeit. Wird eine Domain unrechtmäßig besetzt, kann dies zu folgenden Risiken führen:

  • Verlust von Traffic und Sichtbarkeit im Internet
  • Rufschädigung, etwa durch irreführende Inhalte auf der Domain
  • Blockierung wichtiger Marketingstrategien
  • Erpressung oder überhöhte Rückverkaufsforderungen
  • Einschränkungen bei der Domainverwaltung und -sicherheit

Diese Auswirkungen von Cybersquatting auf Unternehmen können langfristig den Markenwert beeinträchtigen und rechtliche Maßnahmen erforderlich machen.

Cybersquatting vs. Domaingrabbing: Wo liegt der Unterschied?

Cybersquatting und Domaingrabbing werden häufig verwechselt, unterscheiden sich jedoch deutlich in Absicht, rechtlicher Bewertung und Bezug zu Markenrechten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede kompakt und verständlich.


Cybersquatting Domaingrabbing
Ziel Marken- oder Firmennamen blockieren Allgemeine Begriffe oder Trendnamen reservieren
Absicht Rückverkauf, Rufschädigung, Umleitung Vorratshaltung, möglicher Verkauf bei späterem Bedarf
Rechtslage Meist rechtswidrig bei Markenbezug Meist legal ohne konkrete Markenverletzung
Typische Nutzung Domains registrieren, die geschützten Namen ähneln Breites Domainportfolio für spätere Nutzung aufbauen

Cybersquatting zielt auf bestehende Rechte, während Domaingrabbing auf Chancen im Markt spekuliert. Beide zeigen, wie wichtig ein vorausschauendes Domainmanagement ist.

Ist Cybersquatting illegal?

Cybersquatting ist in vielen Fällen rechtswidrig, wenn Markenrechte verletzt werden.

Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

  • In den USA greift der U.S. Anticybersquatting Consumer Protection Act (ACPA)
  • International hilft die Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) der ICANN
  • In Deutschland gelten Marken-, Namens- und Wettbewerbsrecht
  • Voraussetzungen: Markenähnlichkeit, fehlendes Nutzungsinteresse, böse Absicht

Je nach Fall können Domains gelöscht, übertragen oder rechtlich eingefordert werden.

Wie lässt sich Cybersquatting verhindern?

Ein gezieltes Domainmanagement schützt vor unnötigen Risiken. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  • Früh registrieren: Sichern Sie sich wichtige Domainnamen und Endungen rechtzeitig.
  • Typosquatting vermeiden: Registrieren Sie auch häufige Tippfehler Ihrer Domain.
  • Verantwortung klären: Legen Sie fest, wer für die Verwaltung und Erneuerung zuständig ist.
  • Ähnliche Domains beobachten: Behalten Sie neue Registrierungen im Umfeld Ihrer Marke im Auge.

Mit diesen Präventionsmaßnahmen und den folgenden Tools und Services behalten Sie Kontrolle über Ihre Domains.

Praktische Hilfen zur Umsetzung:

Ein klarer Überblick über Ihre Domains und aktive Überwachung helfen, Cybersquatting frühzeitig zu erkennen oder ganz zu vermeiden.

Was tun, wenn Ihre Marke von Brandsquatting betroffen ist?

Wenn Sie feststellen, dass eine Domain in Verbindung mit Ihrer Marke missbräuchlich registriert wurde, gehen Sie systematisch vor:

  1. Nutzung dokumentieren: Halten Sie Inhalte, Screenshots und Zugriffszeitpunkte fest.

  2. Inhaber ermitteln: Machen Sie eine WHOIS-Abfrage, um den Domaininhaber zu identifizieren.

  3. Kontakt aufnehmen: Fragen Sie sachlich an, ob eine Übertragung möglich ist.

  4. Alternative Streitbeilegung nutzen: Verfahren wie die Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) oder Alternative Streitbeilegungsverfahren (ADR) können helfen, die Domain zurückzuerlangen.

  5. Juristischen Beistand einholen: Bei klaren Markenrechtsverletzungen kann eine rechtliche Prüfung weitere Schritte einleiten.

Tipp: In manchen Fällen ist auch ein freiwilliger Kauf sinnvoll, wenn sich so eine schnelle, rechtssichere Lösung erzielen lässt.

Schutz vor Cybersquatting beginnt bei der Registrierung

Wer frühzeitig über die Domainstrategie nachdenkt, kann Cybersquatting oft vermeiden. Eine gezielte Auswahl, rechtzeitige Registrierung und klare Namenswahl sind entscheidend.

Wenn Ihre Wunschadresse bereits vergeben ist, bietet der Beitrag: Domain vergeben hilfreiche Lösungen. Hochwertiges Webhosting mit Blick auf barrierefreie Websites oder auf die Cookie-Richtlinie: DSGVO-konforme Cookie-Banner verringern das Risiko von Problemen durch Dritte.

Weitere Tipps zur Namenswahl: Domain-Namen finden mit KI: So hilft künstliche Intelligenz bei der Namenssuche.

Im manitu-Blog finden Sie laufend neue Inhalte rund um Domainmanagement und Schutzmaßnahmen. Ebenfalls können Sie eine .de-Domain kaufen.

Häufige Fragen rund um Cybersquatting, Domainrecht und Schutzmaßnahmen

Was ist Cybersquatting?

Cybersquatting, auch Domainsquatting oder Brandsquatting genannt, bezeichnet die gezielte Registrierung von Domainnamen, die bestehenden Marken, Produkten oder Firmennamen ähneln oder entsprechen. Ziel ist oft, diese Domains später gewinnbringend weiterzuverkaufen oder den Ruf des Markeninhabers zu beeinflussen. Cybersquatting ist rechtlich angreifbar, insbesondere wenn Markenrechte verletzt oder Domains in böser Absicht registriert wurden.

Was ist Domain-Hijacking?

Domain-Hijacking bedeutet die unbefugte Übernahme einer Domain durch technische Manipulation, etwa über gehackte Zugangsdaten oder falsche Inhaberinformationen. Im Gegensatz zum Cybersquatting geht es hier nicht um Markenverletzung, sondern um aktiven Zugriff auf bestehende Domains. Die Folgen sind gravierend und reichen vom Website-Ausfall bis zum Verlust geschäftskritischer E-Mail-Adressen.

Was ist Domain-Flipping?

Domain-Flipping ist der gezielte Kauf und spätere Verkauf von Domainnamen mit Gewinnabsicht. Anders als beim Cybersquatting basiert Domain-Flipping meist auf generischen Begriffen oder Trendthemen, nicht auf Markenrechten. Es handelt sich um eine gängige Praxis im Internet, solange keine Rechte Dritter verletzt werden. Viele sehen darin eine Form digitalen Handels, die mit Marktkenntnis und etwas Glück durchaus lukrativ sein kann, vor allem, wenn Suchvolumen, Relevanz und Timing stimmen.

Was ist ein Domainsquatter?

Ein Domainsquatter ist eine Person oder Organisation, die Domainnamen mit Bezug zu Marken oder bekannten Begriffen registriert, um daraus Vorteile zu ziehen. Ziel ist häufig der spätere Verkauf an die tatsächlichen Markeninhaber zu überhöhten Preisen. Domainsquatter nutzen häufig Methoden wie Typosquatting oder Brandjacking. Auch Reverse Cybersquatting kann als Strategie eingesetzt werden, um legitime Domaininhaber unter Druck zu setzen.

Wie macht man eine WHOIS-Abfrage?

Eine WHOIS-Abfrage zeigt, auf wen eine Domain registriert ist, und liefert technische Details wie Registrar, Nameserver und Status. Sie geben dazu einfach den gewünschten Domainnamen in ein WHOIS-Tool ein, z. B. das WHOIS-Tool von manitu. Bei aktivem Datenschutz sind manche Angaben anonymisiert, der Registrar kann aber kontaktiert werden. WHOIS-Abfragen sind hilfreich, um mögliche Ansprüche oder Kontaktmöglichkeiten im Fall von Cybersquatting zu prüfen.

Wie viel kostet es, eine Domain abzukaufen?

Der Preis für eine bereits vergebene Domain variiert stark und hängt von Bekanntheit, Keyword, Endung und Nachfrage ab. In typischen Fällen bewegt sich der Preis zwischen 100 und mehreren Tausend Euro – Cybersquatter setzen häufig unrealistisch hohe Summen an. Neben dem Kaufpreis können auch Kosten für Transfer, rechtliche Prüfung und Absicherung anfallen. Eine klare Bewertung des Domainwerts und mögliche Preisverhandlungen sind daher sinnvoll, bevor ein Kaufvertrag abgeschlossen wird.

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