GZIP! So beschleunigen Sie Ihre Webseite
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10.06.2022 13:31, zuletzt aktualisiert 29.06.2026 15:50
von manitu
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GZIP! So beschleunigen Sie Ihre Webseite

Wie Sie mit der GZIP-Komprimierung die Ladezeit Ihrer Webseite verbessern und was Sie bei der Aktivierung in Webhosting und WordPress beachten sollten.

Was ist GZIP?

Bei GZIP handelt es sich um ein Programm, dass Dateien komprimiert und entpackt. Die Komprimierung erfolgt verlustfrei auf Basis des sogenannten Deflate-Algorithmus, der wiederkehrende Zeichenketten erkennt und durch kompakte Verweise ersetzt. Das Ergebnis ist eine deutlich kleinere Datei im Format .gz, die sich jederzeit vollständig wiederherstellen lässt. 

Eine aktivierte GZIP-Komprimierung kann die Ladezeit Ihrer Webseite verbessern. Schnellere Ladezeiten wirken sich positiv auf die Nutzererfahrung aus und können indirekt die Suchmaschinenoptimierung unterstützen.

Wie kann GZIP zu einer verbesserten Ladezeit führen?

Die Ladegeschwindigkeit wird heutzutage meist durch die Übertragungsrate des Netzwerks limitiert. Und genau hier kommt GZIP ins Spiel. Wenn Sie die GZIP-Kompression aktivieren, werden textbasierte Dateien wie HTML, CSS oder JavaScript vor der Übertragung komprimiert..

Sobald die komprimierten Dateien bei dem Besucher Ihrer Webseite ankommen, werden die Daten von dem Computer des Besuchers entpackt und dann angezeigt. Dadurch, dass eine geringere Datenmenge übertragen werden muss, verringert sich die Ladezeit.

Der Nachteil: Der Computer des Besuchers wird mit der Dekomprimierung „belastet“. Diese Belastung ist jedoch zu vernachlässigen, da die heutige Hardware so leistungsstark ist, dass der Nutzen der verkürzten Übertragungszeit deutlich höher zu bewerten ist.

Welche Vorteile bietet GZIP?

Die GZIP-Komprimierung ist eine der einfachsten Maßnahmen, um die Performance Ihrer Webseite spürbar zu verbessern. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Kürzere Ladezeiten: Komprimierte Dateien werden schneller übertragen, wodurch sich Ihre Webseite deutlich zügiger aufbaut.
  • Geringerer Bandbreitenverbrauch: Durch das reduzierte Datenvolumen sinken die Traffickosten, was sich besonders bei stark besuchten Webseiten beim Hosting bemerkbar macht.
  • Bessere mobile Nutzererfahrung: Gerade bei langsamen Mobilfunkverbindungen sorgt die geringere Datenmenge für einen schnelleren Seitenaufbau und weniger Absprünge.
  • Positiver Einfluss auf Ihr Google Ranking: Seit 2021 fließen die sogenannten Core Web Vitals direkt in die Bewertung durch Google ein. GZIP verbessert hier insbesondere den Largest Contentful Paint (LCP), da der Browser die Seiteninhalte schneller empfängt und rendern kann.
  • Höhere Conversion Rate: Schon eine Sekunde zusätzliche Ladezeit kann dazu führen, dass Besucher abspringen. Für Online-Shops und Landingpages ist GZIP daher ein einfacher Hebel mit großer Wirkung.

Wie aktiviere ich GZIP in meinen Webhosting?

Durch das Hinzufügen folgender Zeilen in Ihrer .htaccess, können Sie GZIP für Ihre Webseite aktivieren.

AddOutputFilterByType DEFLATE text/html
AddOutputFilterByType DEFLATE text/plain
AddOutputFilterByType DEFLATE text/xml
AddOutputFilterByType DEFLATE text/css
AddOutputFilterByType DEFLATE text/javascript
AddOutputFilterByType DEFLATE application/javascript

Alternative:

AddOutputFilterByType DEFLATE text/html text/plain text/xml text/css text/javascript application/javascript

GZIP per PHP aktivieren

Sollten Sie keinen Zugriff auf die .htaccess-Datei haben, können Sie die Komprimierung auch direkt in Ihren PHP-Dateien aktivieren. Fügen Sie dafür folgende Zeile an den Anfang der jeweiligen Datei ein:

<?php ob_start("ob_gzhandler"); ?>

Beachten Sie, dass diese Methode für jede PHP-Datei einzeln eingetragen werden muss. Die Aktivierung über die .htaccess ist daher in der Regel die komfortablere Lösung.

Wichtig: Sollten Sie als PHP-Version nicht die von uns empfohlene (immer Standard-Version) verwenden, müssen Sie GZIP in einer .user.ini-Datei aktivieren.

GZIP-Komprimierung in WordPress aktivieren

Wenn Sie WordPress als Content-Management-System nutzen, stehen Ihnen mehrere Wege offen, um die GZIP-Komprimierung zu aktivieren.

Per Plugin aktivieren

Der einfachste Weg führt über ein Caching-Plugin, das die GZIP-Komprimierung automatisch mitaktiviert:

  • WP Rocket aktiviert GZIP automatisch bei der Installation, indem es die passenden mod_deflate-Regeln in die .htaccess-Datei schreibt. Darüber hinaus bietet das Plugin Funktionen wie Seiten-Caching, Lazy Loading und CSS/JS-Minimierung. WP Rocket ist kostenpflichtig, dafür aber besonders einsteigerfreundlich.

  • W3 Total Cache ist eine kostenlose Alternative mit umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten. Nach der Aktivierung finden Sie die GZIP-Einstellung unter „Performance > Browser Cache > HTTP-Komprimierung aktivieren".

  • LiteSpeed Cache eignet sich besonders gut, wenn Ihr Server mit LiteSpeed statt Apache arbeitet. Das Plugin ist ebenfalls kostenlos und aktiviert die Komprimierung automatisch.

Manuell über die .htaccess-Datei

Wenn Sie kein zusätzliches Plugin installieren möchten, können Sie die GZIP-Komprimierung auch manuell einrichten. Öffnen Sie dafür die .htaccess-Datei im Stammverzeichnis Ihrer WordPress-Installation per FTP oder über den Dateimanager Ihres Hosting-Anbieters und fügen Sie den mod_deflate-Code aus dem vorherigen Kapitel unterhalb der Zeile # END WordPress ein.

Tipp: Erstellen Sie vor jeder Änderung an der .htaccess-Datei eine Sicherungskopie. Eine fehlerhafte Konfiguration kann dazu führen, dass Ihre Webseite nicht mehr erreichbar ist.

Über den Hosting-Anbieter

Wenn Sie ein WordPress-Hosting nutzen, ist die GZIP-Komprimierung häufig bereits serverseitig eingerichtet. Falls Sie sich unsicher sind, ob das bei Ihrem Paket der Fall ist, werfen Sie einen Blick in die Hosting-Verwaltung oder kontaktieren Sie den Support Ihres Anbieters.

Wie erkenne ich, ob GZIP aktiv ist?

Neben der Möglichkeit ein externes Tool zu verwenden, können Sie auch direkt selbst in Ihrem Browser nachschauen, ob die Komprimierung aktiviert wurde.

GZIP-Status in Firefox prüfen

Im Falle des Firefox Browsers sieht das Vorgehen wie folgt aus:

1. Rechtsklick ->  Untersuchen
2. Navigieren Sie zu der Tabelle **Netzwerkanalyse**.
3. Laden Sie Ihre Seite erneut.
4. Klicken Sie auf die Zeile die Ihre Domain enthält.

Hierdurch öffnet sich auf der rechten Seite Ihres Bildschirms ein kleines Fenster.

Wenn alles korrekt eingerichtet wurde, finden Sie unter Antwortkopfzeilen folgenden Eintrag:

  • Content-Encoding: gzip

Somit können Sie sicher sein, dass GZIP korrekt konfiguriert wurde.

GZIP-Status in Google Chrome prüfen

In Google Chrome funktioniert die Prüfung ganz ähnlich:

1. Rechtsklick -> Untersuchen
2. Wechseln Sie zum Reiter **Network**.
3. Laden Sie Ihre Seite erneut.
4. Klicken Sie auf die erste Anfrage (in der Regel der Dokumentname Ihrer Seite).

Unter dem Punkt Response Headers sollte ebenfalls der Eintrag Content-Encoding: gzip erscheinen.

FAQs rund um GZIP beantwortet

Was macht GZIP?

GZIP (GNU zip) ist ein frei verfügbares Programm, das Dateien verlustfrei komprimiert und wieder entpackt. Es basiert auf dem Deflate-Algorithmus und reduziert die Dateigröße, indem es wiederkehrende Zeichenketten erkennt und durch kompakte Verweise ersetzt. Komprimierte Dateien erhalten die Endung .gz und lassen sich jederzeit vollständig in den Originalzustand zurückversetzen.

Wie kann ich eine GZIP-Datei öffnen?

Unter Windows können Sie .gz-Dateien mit kostenlosen Programmen wie 7-Zip oder WinRAR entpacken. Auf macOS und Linux ist die Unterstützung bereits integriert: Ein Doppelklick auf die Datei genügt, oder Sie verwenden im Terminal den Befehl gzip -d dateiname.gz.

Was ist GZIP-Komprimierung?

Bei der GZIP-Komprimierung im Webumfeld komprimiert der Webserver Dateien wie HTML, CSS und JavaScript, bevor er sie an den Browser des Besuchers überträgt. Der Browser entpackt die Daten automatisch im Hintergrund. Dadurch reduziert sich das übertragene Datenvolumen um 60 bis 90 Prozent, was die Ladezeit Ihrer Webseite spürbar verkürzt.

Was ist der Unterschied zwischen GZIP und Brotli?

Beide Verfahren komprimieren Webinhalte verlustfrei, unterscheiden sich aber in einigen Punkten. Brotli wurde von Google entwickelt und erzielt in der Regel 15 bis 25 Prozent kleinere Dateien als GZIP bei vergleichbaren Komprimierungsstufen. Moderne Browser unterstützen Brotli im Web praktisch nur über HTTPS-Verbindungen. GZIP ist universell einsetzbar und wird von sämtlichen Webservern und Browsern unterstützt, während Brotli eine globale Browser-Unterstützung von über 96 Prozent erreicht. In der Praxis setzen viele Server beide Verfahren parallel ein und wählen automatisch die beste verfügbare Methode.

Ist GZIP bei meinem Hosting bereits aktiviert?

Viele Hosting-Anbieter aktivieren die GZIP-Komprimierung standardmäßig. Um das für Ihre Webseite zu prüfen, können Sie ein kostenloses Online-Tool wie den HTTP Compression Test auf WhatsMyIP.org nutzen oder in den Entwicklertools Ihres Browsers unter den Response Headers nach dem Eintrag Content-Encoding: gzip suchen. Falls die Komprimierung nicht aktiv ist, lässt sie sich in der Regel über die .htaccess-Datei oder ein WordPress-Plugin aktivieren.

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